Ratgeber

GAEB, DATANORM, ELDANORM, ZVEHNORM und UGL einfach erklärt

Welche Datenformate ein Elektrobetrieb kennen muss: GAEB, DATANORM, ELDANORM, ZVEHNORM, Open Masterdata, UGL, ELBRIDGE und OCI – kurz erklärt.

Warum Formate über Ihren Feierabend entscheiden

Ein Elektrobetrieb bekommt täglich Daten von außen: Ausschreibungen vom Planer, Kataloge und Preisänderungen vom Großhändler, Leistungsbeschreibungen vom Verband. Wer sie direkt einlesen kann, spart Stunden Tipparbeit und vermeidet Fehler. Wer nicht, kalkuliert aus dem PDF ab. Hier die wichtigsten Formate in der Reihenfolge, in der sie im Alltag auftauchen.

GAEB – Leistungsverzeichnisse austauschen

GAEB (Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen) ist der Standard für den Austausch von Leistungsverzeichnissen zwischen Auftraggeber, Planer und Bieter. Die Dateien folgen Austauschphasen:

Phase Inhalt Wer schickt an wen
81 Leistungsbeschreibung (LB) Planer intern
82 Kostenansatz Planer intern
83 Angebotsaufforderung – LV ohne Preise Auftraggeber → Bieter
84 Angebotsabgabe – LV mit Ihren Preisen Bieter → Auftraggeber
85 Nebenangebot Bieter → Auftraggeber
86 Auftragserteilung Auftraggeber → Auftragnehmer
89 Rechnung Auftragnehmer → Auftraggeber

Die Dateiendung verrät das Format: D83/D84 (GAEB 90, textbasiert), P83/P84 (GAEB 2000) und X83/X84 (GAEB DA XML, heute Standard). Ein LV hat eine feste Gliederung mit Losen, Titeln und Positionen, die über die Ordnungszahl (OZ) adressiert werden – zum Beispiel 03.02.010. Diese Gliederung dürfen Sie als Bieter nicht ändern; Unterpositionen für Ihre interne Kalkulation sind nur intern.

Praxis: Fordern Sie beim Planer immer die X83 an – nicht nur das PDF. Nach der Kalkulation geben Sie die X84 mit Ihren Einheitspreisen zurück.

DATANORM – der Artikelstamm vom Großhändler

DATANORM ist das Austauschformat für Artikeldaten zwischen Großhandel und Handwerk, seit den 1980er-Jahren gepflegt und heute meist als DATANORM 5 (XML) oder noch DATANORM 4 (Textdateien) geliefert. Eine Lieferung besteht aus mehreren Dateien, die in einer bestimmten Reihenfolge eingelesen werden müssen:

  1. .WRG – Warengruppen (Satzart S)
  2. .RAB – Rabattgruppen (Satzart R)
  3. .001, .002, … – Artikelstamm mit Listen- und Nettopreisen, EAN, Kurz- und Langtexten

Dazu kommen Preisdateien ohne Stammtexte (nur Artikelnummer und Preis) für Preisänderungen. Wichtig: Warengruppen und Rabattgruppen müssen vor den Artikeln stehen, sonst fehlt die Preisfindung.

Praxis: Lassen Sie sich vom Großhändler Ihre kundenindividuellen Konditionen als DATANORM liefern und spielen Sie Preisupdates regelmäßig ein – sonst kalkulieren Sie mit alten Preisen.

ELDANORM und ZVEHNORM – Leistungen statt Artikel

Während DATANORM Artikel beschreibt, beschreiben ELDANORM und ZVEHNORM Leistungen – also die Kombination aus Material und Arbeitszeit, die Sie dem Kunden anbieten:

  • ELDANORM (Elektro-Datennorm) liefert Leistungspositionen mit zugeordneten Artikeln (Stücklisten) und Zeitansätzen.
  • ZVEHNORM ist der Leistungskatalog des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke mit Standardleistungstexten, Material- und Lohnanteilen.
  • DATASETS ergänzen Artikel- und Leistungsdaten einzelner Hersteller oder Verbände.

Praxis: Ein Leistungskatalog beschleunigt das freie Angebot enorm: „Steckdose Unterputz setzen inkl. Material“ ist eine Position mit Stückliste und Minutenansatz – nicht fünf Artikel und eine geschätzte Stunde.

Open Masterdata – Live-Daten statt Katalogdatei

Open Masterdata (OMD) ist eine Schnittstelle der Großhändler, über die Ihre Software einzelne Artikel live abfragt: tagesaktueller Preis, Verfügbarkeit, Bilder, Datenblätter, Zusatzdaten – per Artikelnummer oder EAN, mit Ihren Zugangsdaten. OMD ersetzt nicht den DATANORM-Stamm, ergänzt ihn aber um aktuelle Daten genau dann, wenn Sie sie brauchen. Bestellen können Sie über OMD nicht.

UGL, ELBRIDGE, OCI und IDS – bestellen

  • UGL (Übergabeschnittstelle Großhandel/Lieferant) ist das klassische Dateiformat für Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Lieferscheine und Rechnungen zwischen Handwerk und Großhandel. Aktuell: UGL 5.00. Die Datei geht per Download, E-Mail oder SFTP an den Händler.
  • ELBRIDGE ist die Schnittstelle der Elektrobranche, um einen Warenkorb aus der Handwerkersoftware in den Händler-Shop zu übergeben (und zurück).
  • OCI (Open Catalog Interface) ist der Punch-out in den Shop: Sie springen aus der Software in den Händler-Shop, füllen den Warenkorb und bekommen ihn als Bestellentwurf zurück.
  • IDS-Connect (Elektro) und SHK-Connect sind branchenspezifische Connect-Varianten, die je Händler zertifiziert werden.

Praxis: Welcher Weg der richtige ist, entscheidet Ihr Großhändler. Fragen Sie nach UGL (immer möglich) und ELBRIDGE oder OCI (komfortabler).

Was das für Ihre Software heißt

Eine Branchensoftware für Elektro sollte mindestens GAEB X83/X84 lesen und schreiben, DATANORM 4/5 inklusive Preisupdates einlesen, ELDANORM/ZVEHNORM als Leistungskatalog führen, Open Masterdata für Live-Daten anbinden und Bestellungen per UGL oder ELBRIDGE/OCI übergeben – ohne dass etwas ohne Ihre Freigabe an den Händler geht.

Bauakten.online bringt genau diese Formate mit: Kataloge nach DATANORM, ELDANORM, ZVEHNORM und DATASETS, GAEB-Import für Angebote, Open Masterdata im Kalkulationsgrid und den Bestellpool mit UGL 5.00, ELBRIDGE, OCI-Punch-out, CSV und Excel.

Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Prüfen Sie Fristen und Pflichten für Ihren Betrieb mit Ihrer Steuerberatung bzw. Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt.

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